Wie du dir weniger Sorgen machst

Wie du dir weniger Sorgen machst

Unser Alltag ist voll von Dingen, über die wir uns Sorgen machen können. In den meisten Fällen stellen wir jedoch hinterher fest, dass wir unsere Zeit und Energie völlig umsonst damit verschwendet haben, vom Schlimmsten auszugehen!

Es erscheint uns dann völlig unsinnig, dass wir uns überhaupt gesorgt haben - beim nächsten Anlass tun wir es aber trotzdem wieder. Heute will ich dir daher einige Denkanstöße geben, die dabei helfen können, diesen letztlich sinnlosen Prozess zu reduzieren (oder sogar ganz zu vermeiden) und künftig mit deutlich weniger Sorgen durchs Leben zu gehen!

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Sorgen und Angst sind realistisch betrachtet unnötig

Auf die Idee, gerade über dieses Thema zu sprechen, bin ich durch einen Zahnarzttermin gekommen, der mir bevorstand. Wie die meisten Menschen löst ein solcher nicht unbedingt echte Angst in mir aus - ich kann mir jedoch definitiv Schöneres vorstellen!

Ebenso wie meine Unlust auf einen Zahnarztbesuch wirst du wahrscheinlich auch folgende Erfahrung nachvollziehen können: Im Anschluss wurde mir einmal mehr klar, dass die Sorgen, die ich mir vorher wegen dieses Termins gemacht habe, völlig umsonst waren. 

"Zeit ist deine wertvollste Ressource - nutze sie weise"

Letztlich verschwendete ich die so kostbare Ressource Zeit und einiges an Energie, ohne dadurch irgendetwas zu gewinnen. Das Sorgen hat sich für mich absolut nicht gelohnt, sodass naturgemäß die Frage aufkommt, wie man diese Verschwendung zukünftig vermeiden kann. 

Ein fantastisches Problem

Unsere Fantasie ist unglaublich leistungsfähig und kann geradezu Oscar-reife Ideen in unseren Köpfen erschaffen. Dies zeigt sich kaum irgendwo eindrucksvoller, als wenn es das Ausmalen von Horrorszenarien geht! All die Sorgen, die sich in meiner Erwartung bis ins Detail gebildet haben - wegen einer Lappalie wie einem Zahnarzttermin.

Wie mächtig unsere Vorstellungskraft wirklich ist, zeigt sich zum Beispiel in der Tatsache, dass Sportler ganze Bewegungsabläufe in ihrer jeweiligen Disziplin auf diese Weise trainieren und optimieren können. Ganz ohne “echte” Bewegung, nur mit der Kraft unserer Fantasie. 

Das dieses mentale Training wirklich funktioniert, zeigt sich in den Muskelaktivitäten, Hormonlevels und anderen, typischen Vorgängen im Körper. Diese wurden von Wissenschaftlern gemessen und die Kraft unserer Fantasie auch auf diese Weise belegt. 

Nun stellt sich die Frage, ob wir dieses unglaublich leistungsfähige Werkzeuge wirklich dafür einsetzen wollen, um uns Sorgen zu machen? Denn nichts hält uns davon ab, uns stattdessen etwas Angenehmes vorzustellen! Wie wäre es zum Beispiel mit Vorfreude auf die Zeit nach einem unangenehmen Event anstelle von Ängsten?

"Angst entsteht nur in deiner Fantasie"

Du selbst kannst entscheiden, wofür du deine mächtige Fantasie einsetzen willst. Sicherlich wirst du dabei auch zu dem Schluss kommen, dass Sorgen nicht der beste Nutzen für diese Fähigkeit sind. Unterschätze daher niemals deine eigene Vorstellung und ihre Kraft, dir extrem realistische Szenarien vorzuspielen!

Meine Sorgen um den Zahnarztbesuch

Zurück zu meinem Beispiel: Ich selbst hatte besonders auf das Verabreichen der Spritze durch meine Zahnärztin absolut keine Lust. Dieser scheinbar kleine Pieks ist besonders im Mundraum extrem unangenehm - so zumindest meine Vorstellung. 

Im Vorfeld hätte ich mir nun sehr leicht genau diesen Zeitpunkt des Einstichs im Zahnfleisch immer wieder vorstellen und mit all meiner Fantasie ausmalen können. Dieses Fokussieren hätte mich ganz sicher schlecht fühlen lassen. Vielleicht hätte ich mich derart in diesen einen Moment hineingesteigert, dass ich meinen Zahnarzttermin sogar verschoben oder abgesagt hätte!

Die Folge wäre eine Reihe von extrem negativen Gefühlen: das Konzentrieren auf das negative,
Ängste und Sorgen hätten die Zeit vor dem eigentlichen Termin dominiert. Nicht zu vergessen das schlechte Gewissen, wenn ich den Zahnarztbesuch verschoben oder abgesagt hätte, da mir dann stets klar gewesen wäre, dass ich ihn letztlich doch noch absolvieren muss!

Derartige Beispiele lassen sich problemlos überall finden. Wenn wir in der Schule vor einer Prüfung saßen, haben wir uns meist schlecht gefühlt. Zum Beispiel, weil wir dachten, wir wären nicht ausreichend vorbereitet, hätten nicht das richtige gelernt, weil wir ohnehin versagen würden usw. Hat uns dieser unangenehme Zustand während des eigentlichen Tests etwas gebracht? Ich denke nicht! 

Stattdessen sollten wir die unglaubliche Leistungsfähigkeit unserer Fantasie doch lieber für angenehmere Dinge nutzen und nicht dafür, um uns völlig unrealistische Horrorszenarien auszumalen. Und dies kann leichter sein, als du vielleicht denkst!

Warum immer negativ?

Wenn wir, ohne weiter darüber nachzudenken, unserer Fantasie freien Lauf lassen, tendieren wir meist zu negativen Vorstellungen und Szenarien - wir machen uns Sorgen. Das ist ein falscher Einsatz unserer Zeit!

Anstatt mir vorzustellen, wie schmerzhaft und unangenehm der Zahnarztbesuch sein wird, hätte ich auch daran denken können, was dadurch alles in meinem Leben besser wird! Es findet sich bei jeder Sorge auch immer etwas Positives, auf das wir uns stattdessen konzentrieren können. 

Ein weiterer, wichtiger Aspekt, den du bedenken solltest, bevor du deine Energie mit dem Ausmalen von negativen Szenarien verschwendest, ist der richtige Zeitpunkt: musst du wirklich schon Stunden, Tage oder gar Wochen vorher an das gefürchtete Ereignis denken oder würde es nicht auch reichen, sich erst ganz kurz davor damit zu befassen?

Natürlich ist die Antwort eigentlich immer Letzteres! Der Grund dafür ist, dass du in den meisten Fällen ohnehin nichts aktiv verändern kannst - warum dann also Sorgen machen? Du hast in dieser Situation buchstäblich nichts zu gewinnen. 

Egal, wie viel ich darüber nachdenke und wie stark ich mich damit auch belaste, an meinem morgigen Zahnarztbesuch kann ich zum Beispiel am Vorabend nichts ändern. Also lasse ich es doch lieber direkt bleiben. 

So kannst du das Sorgen machen stoppen

Um dich nicht unnötig mit negativen Gedanken zu befassen, kann es hilfreich sein, dich selbst zu fragen: kann ich an dem, was mir gerade Sorgen bereitet, etwas ändern? Ist die Antwort “nein”, kannst du sofort an etwas anderes denken - warum mit damit beschäftigen, wenn es außerhalb deiner Macht steht?

Natürlich klappt das nicht immer, denn wir sind letztlich auch nur Menschen. Sollte es dir also nicht möglich sein, stattdessen an etwas anderes zu denken, empfiehlt es sich, dich wenigstens auf einen positiven Aspekt der gefürchteten Sache zu konzentrieren. 

Bei meinem Zahnarztbesuch wären das zum Beispiel Punkte wie “durch die Behandlung wird die Kälteempfindlichkeit meiner Zähne aufhören” oder “im Anschluss habe ich endlich keine Zahnschmerzen mehr” gewesen, an die ich hätte denken können.  

"Denke bewusst positiv und du machst dir automatisch weniger Sorgen!"

Für diese bewusste Entscheidung (positives Denken anstatt Sorgen zu machen) ist allerdings ein Reflektieren der eigenen Gedanken nötig. Dass uns dies nicht immer leicht fällt, ist klar, aber der positive Effekt rechtfertigt ganz klar den Aufwand. 

Denn wir stellen dann sehr schnell fest, dass unser bisheriges Sorgen machen ebenfalls vergebens war. Wenn du dich an vergangene Ereignisse erinnerst, wird das Resultat fast immer sein: “Damals habe ich mich vor den negativen Konsequenzen gefürchtet - passiert ist aber nichts!”

Die meisten unserer Sorgen in unserer Vergangenheit sind gar nicht eingetreten und waren somit völlig deplatziert. Wir sollten unsere Denkleistung stattdessen also lieber für positive Emotionen einsetzen. 

Die praktische Umsetzung braucht Übung

Wie wir diesen Wechsel unseres Fokus hinbekommen, dafür gibt es leider kein allgemeingültiges Rezept. Ich möchte dir aber kurz meine eigene Methode vorstellen, die vielleicht auch für dich funktioniert: 

Dazu setze ich mich in aller Ruhe mit meinen Gedanken auseinander und ertappe mich oft selbst dabei, das ich mich (grund- und sinnlos!) in negativen Gedanken verloren habe. Anschließend versuche ich natürlich, diese auf etwas Positives zu lenken. Das konzentrierte Auseinandernehmen meiner eigenen Denkmuster ist alles, was ich dafür brauche. 

Dabei kann es auch sehr hilfreich sein, diese Gedanken niederzuschreiben. Das zur Hand nehmen von Stift und Papier macht den Vorgang zu einem physischen Erlebnis und hilft dir, deine Emotionen aus deinem Kopf in die Realität zu bekommen. Vielen Menschen fällt es dadurch leichter, den eigenen Fokus auf etwas Positives zu lenken. 

Egal, ob wir positive oder negative Gedanken hegen - wir können den Ausgang des eigentlichen Ereignisses nicht wirklich beeinflussen. Der Einstich der Spritze beim Zahnarzt ist schmerzhaft und unangenehm; daran ändert auch meine mentale Verfassung vom Vorabend nichts. 

Da ich aber keinen Einfluss auf diesen Vorgang habe, wäre es unsinnig gewesen, mir Sorgen zu machen. Denn dann hätte ich, zusätzlich zur Zahnbehandlung, auch noch diese unangenehmen Gefühle gehabt, also doppelt gelitten. Durch das Verschieben meines Fokus auf positive Gedanken konnte ich mir aber immerhin die Hälfte davon sparen und sie durch etwas Angenehmes ersetzen!

Wachstum durch Sorgen

Wir werden das Sorgen machen nie ganz loswerden können - und das soll auch gar nicht das Ziel sein! Ängste, Lampenfieber, Abneigungen… sind Teil unseres Lebens und können uns letztlich stärker machen. Es sind Mechanismen unseres Körpers, die uns dabei helfen, Schäden zu vermeiden, schwierige Situationen zu meistern und sogar uns selbst und unser Leben zu verbessern. 

Leider nehmen diese Sorgen schnell überhand. Die nützlichen Aspekte treten dann in den Hintergrund und stattdessen kommt Stress und eine schlechte Stimmung auf. Ein anstehendes Event, Aufgabe etc. objektiv zu prüfen und sich korrekt vorzubereiten kann sehr nützlich sein; sich maßlos in Panik zu versetzen über etwas, auf das man ohnehin keinen Einfluss hat, ist hingegen alles andere als sinnvoll!

Negative Erfahrungen, Schmerzen, Niederlagen… diese Ereignisse lassen uns als Menschen wachsen. Das Leben stattet uns aber ganz von Selbst mit diesen Erlebnissen aus; wir müssen uns nicht noch zusätzlich selbst Sorgen machen!

Stattdessen sollten wir uns, gerade, wenn unangenehme Dinge ins Haus stehen, auf das Wachstum freuen, dass danach folgen wird. Das kann uns helfen, leichter mit Widerständen klarzukommen, als wenn wir uns auf das negative Konzentrieren und weitere Sorgen machen. 

Sorgen sind körperlich spürbar

Der überwiegende Teil der Sorgen, die wir uns in der Vergangenheit gemacht haben, ist niemals eingetreten. Wenn wir solchen negativen Gedanken nachhängen, verschwenden wir also nicht nur unsere Zeit, sondern auch eine Gelegenheit, zu der wir stattdessen auch an etwas Angenehmes hätten denken können. 

Es kommt jedoch noch ein weiterer Aspekt hinzu, der das Sorgenmachen zu einer Aktivität degradiert, die wir nach Möglichkeit vermeiden sollten: Es belastet unseren Körper! Das Einreden möglicher Horrorszenarien hat ganz reale Auswirkungen auf unseren Organismus. 

Dazu zählt in erster Linie erhöhter Stress, der bekanntermaßen mit zahlreichen negativen Auswirkungen daherkommt. Unsere eigene Fantasie ist derart stark, dass schon die Vorstellung möglicher Probleme ausreicht, um unseren Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen. Das ist auf Dauer nicht gesund!

Wir überschwemmen uns selbst mit Stresshormonen und sorgen so für unnötige Belastung. Diese Probleme können wir jedoch oft nicht sehen, denn sie sind seelischer Natur und äußern sich oft erst dann in körperlichen Symptomen, wenn es schon (fast) zu spät ist. 

Das Bild von “Die Seele sagt zum Körper: komm, sag du’s ihm/ihr!” bietet sich an, um diesen Vorgang zu illustrieren. Du solltest es daher gar nicht erst so weit kommen lassen und deine unnötigen Sorgen rechtzeitig zurückfahren!

Alle wollen sein, keiner will werden

In meinen Gesprächen mit unterschiedlichsten Menschen stelle ich immer wieder fest, dass die meisten gerne etwas/jemand besonderes sein möchten, zum Beispiel ein Fußballstar oder eine andere Berühmtheit. 

Wenn es jedoch um die dafür nötige Arbeit, die Entbehrungen und Aufwände geht, wird es schnell still: kaum einer will das alles auf sich nehmen, um diesen Status auch wirklich zu erreichen! Das es ohne die nötige Arbeit aber nicht funktioniert, ist klar. 

Das Sprichwort “Alle wollen sein, keiner will werden” passt hier sehr gut. Es beschreibt, wie die meisten Menschen nicht bereit sind, die nötigen Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen, die mit dem Erreichen gewisser Dinge verbunden sind. 

Auch hier ist wieder der eigene Umgang mit Sorgen entscheidend: Wenn du dich jedes mal mit den negativen Seiten, möglichen Problemen und Horrorszenarien beschäftigst, ist klar, dass dir für viele Dinge die Motivation fehlt. Konzentrierst du dich hingegen auf das, was du erreichen kannst, also das positive Ergebnis, fallen dir viele Dinge wesentlich einfacher!

Mein Fazit: Sinnloses ausblenden und den Rest als Chance begreifen!

Wenn du das nächste Mal von Sorgen überwältigt wirst, versuche, dich zurückzulehnen und in Ruhe darüber nachzudenken: Was ist der Sinn dieses Termins/Aufgabe/Aktivität, die mich schlecht fühlen lässt? Schaffst du es, dich auf den Sinn zu konzentrieren, wird das gefürchtete Event dadurch natürlich nicht unbedingt weniger schmerzhaft oder unangenehm; du fühlst dich aber insgesamt garantiert besser! 

Frage dich außerdem: ist es sinnvoll, mir jetzt gerade Sorgen zu machen? Die Antwort wird in den meisten Fällen “Nein” lauten. Dann kannst du direkt dazu übergehen, dich stattdessen auf etwas Positives zu konzentrieren - das lässt sich nämlich immer an jeder Sache finden! 

Zu guter Letzt solltest du auch nicht vergessen, dass negative Erfahrungen uns formen und dabei Helfen, als Menschen zu wachsen. Unsere Idole und Vorbilder mussten ebenfalls viele Schmerzen und Rückschläge verkraften, um an den Punkt zu kommen, an dem sie heute sind. 

Wir sollten daher keine Angst vor solchen Erfahrungen haben, sondern sie als Chance begreifen. Wenn du dir dann noch bewusst machst, dass es meisten weniger Schlimm ist, als du erwartet hast und es ohnehin kaum Sinn ergibt, sich schon vorher über etwas Gedanken zu machen, dass du ohnehin nicht ändern kannst, wirst du mit Sorgen in Zukunft viel leichter umgehen!

Schön, dass es Dich gibt!

Dein Biyon.

Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus der Folge #36 meines Podcasts "Schokolade für die Seele". Wenn du noch mehr Tipps brauchst, mit denen du deine Sorgen ein für alle mal besiegen kannst, dann höre dir doch einfach hier die ganze Podcastfolge dazu an!

 


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